Signal oder Telegram: Unterschiede und Vergleich

Telegramm oder Signal. Signal oder Telegramm. Das ist das Dilemma vieler Nutzer, die sich von WhatsApp verabschieden wollen. Was ist die beste Alternative zur Messaging-Anwendung schlechthin? In diesem Vergleich erfährst du, was du von beiden erwarten kannst, wie sie sich ähneln und worin sie sich unterscheiden.

Signal und Telegram: Worin sie sich ähnlich sind

Während du vielleicht meinst, zwei praktisch identische Apps vor dir zu haben, besitzt Telegram einige zusätzliche Optionen, die es vom Signal-Konzept abgrenzen. Letztere konzentriert sich auf traditionellere Nachrichtenübertragung und steht dem Ansatz von WhatsApp näher. Dennoch gibt es Ähnlichkeiten.

Hauptbildschirm und Chats

Auf dem Hauptbildschirm beider Anwendungen siehst du eine Liste der aktiven Chats. Von der Hauptseite aus kannst du auch auf archivierte Chats zugreifen. Beide Anwendungen respektieren die von Google vorgegebenen Designlinien und platzieren einige ihrer Aktionen unten rechts auf dem Bildschirm. Von hier aus ist es auch möglich, die Suchmaschine zu starten.

Startbildschirm der beiden AnwendungenStartbildschirm der beiden Anwendungen

Auch der Chat-Bildschirm folgt in beiden dem gleichen Muster. Oben befinden sich Buttons für Anrufe und Videoanrufe. Im Falle von Telegram muss man das Menü öffnen, um auf diese Funktionen zuzugreifen. Unten findet man den Schreibbereich und Buttons zum Anhängen von anderen Inhalten. Bilder, Videos, Dokumente, Kontakte, Standort und Sprachnotizen werden in beiden Anwendungen unterstützt.

Chat Bildschirm mit ähnlichen OptionenChat Bildschirm mit ähnlichen Optionen

App-Einstellungen

Die jeweiligen Einstellungsbereiche von Signal und Telegram bieten sehr ähnliche Optionen. Sobald du darauf zugreifst, kannst du Benachrichtigungen verwalten, das Verhalten von Chats anpassen, neue Geräte verknüpfen oder die verschiedenen Datenschutzfunktionen einstellen. Außerdem findest du für jede Anwendung einen direkten Zugang zum Kundendienst.

Signal und Telegramm EinstellungenSignal und Telegramm Einstellungen

Weitere gemeinsame Funktionen

Darüber hinaus finden wir einige einmalige gemeinsame Eigenschaften in beiden Anwendungen. Du kannst zum Beispiel Notizen, Dateien und andere Inhalte speichern, indem du sie an dich selbst sendest. Beide Anwendungen erlauben private Chats mit dir als einzigem Teilnehmer. Ebenso verhalten sich Signal und Telegram ähnlich bei der Erstellung von Gruppen, obwohl letztere ein Limit von 200.000 Teilnehmern setzt, weit entfernt von den 1000, die in der ersten App erlaubt sind.

Privates SelbstgesprächPrivates Selbstgespräch

Signal und Telegramm: Worin sie sich unterscheiden

Die Unterschiede zwischen Signal und Telegram sind ziemlich auffällig. In der Tat gibt es mindestens zwei Besonderheiten, die du kennen solltest.

Sicherheit und Datenschutz

Signal ist eine Anwendung, die sich absolut der Sicherheit und dem Datenschutz verschrieben hat. Telegram ist hingegen nicht so sicher, wie manche Leute denken. Der Hauptunterschied zwischen den beiden ist die Art der Verschlüsselung. Signal verwendet standardmäßig eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das bedeutet, dass die Informationen, die wir senden, verschlüsselt werden, wenn sie unser Gerät verlassen und entschlüsselt werden, wenn sie den Empfänger erreichen. Bei dieser Verschlüsselungsform ist es nicht möglich, den Inhalt einer Nachricht an einem Zwischenpunkt im Übertragungsprozess zu erfassen. Telegram hingegen nutzt eine serverseitige Verschlüsselung. Daher kann man Telegram den Entschlüsselungsschlüssel kennen und auf die Nachrichten zugreifen, wenn der Dienst es für angebracht hält. Dieses Problem kann durch die Verwendung von geheimen Chats gelöst werden. Allerdings wäre es interessant, wenn die Punkt-zu-Punkt-Verschlüsselung standardmäßig aktiv wäre.

In Punkto Datenschutz verwendet Signal nur eine einzige persönliche Information zum, um zu funktionieren: deine Telefonnummer. Diese Information hat sonst keinen Bezug zu dir, daher können wir sagen, dass sie anonym ist. Konkurrent Telegram verknüpft deine Kontaktdaten, dein Adressbuch und andere Identifikatoren mit deinem Profil. Klar sind beide Apps weit entfernt von WhatsApps Datenkrake, die eine enorme Menge an Informationen sammelt. Aber Signal bleibt immer noch eine privatere Umgebung als Telegram.

Zusätzliche Funktionen

Telegram ist Signal bei den Zusatzfunktionen voraus. Als Beispiel dazu betrachten wir die Kanäle und Bots. Erstere entwickeln sich inzwischen zu einer sehr praktischen Möglichkeit, um auf dem Laufenden zu bleiben. Diese Mischform zwischen Mailinglisten und Gruppen wird sogar schon von Regierungsbehörden genutzt, um Informationen von allgemeinem Interesse für die Bevölkerung zu verbreiten. Und bei der Rede über Bots meinen wir intelligente Gesprächsroboter, die uns praktische Antworten, Übersetzungen, Wortdefinitionen und mehr liefern.

Ein Bot und ein Rabatt-Kanal in TelegramEin Bot und ein Rabatt-Kanal in Telegram

Schließlich hat es Telegram dank seiner API geschafft, mehrere Entwickler dazu zu bringen, sehr zuverlässige alternative Clients zu erstellen. Für Windows gibt es zum Beispiel Unigram, eine hervorragende Universalanwendung mit voller Plattformunterstützung. Im Falle von Signal musst du dich, zumindest vorerst, mit den offiziellen Clients begnügen.

Unigram, ein alternativer Telegram-Client unter WindowsUnigram, ein alternativer Telegram-Client unter Windows

Kurz gesagt, Signal und Telegram zeigen mehr Unterschiede, oder zumindest wichtigere Unterschiede, an als Gemeinsamkeiten. Welche sollte also deine nächste Messaging-App werden?

Signal oder Telegramm: Welche App soll ich nutzen

Wie dieser Vergleich deutlich gemacht hat, ist Signal eine traditionelle, auf Privatsphäre fokussierte Messaging-App. Sie verzichtet auf mehrere Funktionen, die in vielen Fällen überflüssig sind, und konzentriert sich nur darauf, die Kommunikation zwischen Menschen herzustellen. Signal ähnelt eigentlich viel mehr WhatsApp als Telegram. Letzteres ist ideal, um Informationen zu erhalten, mit Bots zu interagieren und große Communities zu bilden. Sie bietet ein sehr vielseitiges Kommunikationstool und wird zunehmend als Ergänzung zu Signal oder WhatsApp eingesetzt, anstatt als Alternative.